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Projekt "Barrierefreie Arztpraxen"

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Das Projekt „Barrierefreie Arztpraxen“

Das BKB Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e.V. fördert das Projekt „Barrierefreie Arztpraxen" des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen e.V.

Erläuterungen zum Projekt

Obgleich die freie Arztwahl selbstverständlich ist, gilt sie für Menschen mit Behinderungen nur sehr eingeschränkt. Physische und kommunikationsbezogene Barrieren erschweren die Zugänglichkeit und die Nutzbarkeit von Arztpraxen. Dieses Defizit besteht bundesweit. Menschen mit Behinderungen, mit körperlichen und Mobilitätseinschränkungen sind in existenzieller Weise betroffen, wenn ihre ärztliche Versorgung aufgrund von Barrieren eingeschränkt ist. Dies gilt im besonderen Maß für ältere Menschen, die verstärkt ärztliche Hilfe benötigen.

Das Projekt soll die Barrierefreiheit von Arztpraxen aus Patientensicht beschreiben. Hierzu wurde ein Fragenkatalog entwickelt. Auf seiner Grundlage erfolgen die Erfassung und Bewertung von Arztpraxen vor Ort in möglichst breiter Form. Die Ergebnisse werden dokumentiert und publiziert. Damit soll eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit, insbesondere auch der Ärzteschaft, erreicht werden. Darauf aufbauend können in einem zweiten Schritt Optionen für Zielvereinbarungs-verhandlungen mit der Ärzteschaft in diesem Bereich entwickelt werden.

Die Ergebnisse der Erhebungen werden für die Betroffenen selbst nutzbar, da sie im Internet veröffentlicht werden. So können Patienten ihren Arzt wohnortnah und gezielt nach ihren Bedürfnissen hinsichtlich der Barrierefreiheit auswählen. Das Internetangebot ermöglicht die Arztsuche nach individuellen Kriterien. Perspektivisch sollen die Ergebnisse in Broschürenform veröffentlicht werden, damit sie auch für Menschen nutzbar sind, die keinen Internetzugriff haben.

Mit Blick auf die große Breite der zu erhebenden Daten muss das Projekt exemplarisch angelegt sein. Als Projektgebiet ist Niedersachsen ausgewählt worden. Dort kann eine flächenmäßig breite Erhebung aufgrund der Verbandsstrukturen des SoVD erfolgen. Da in Niedersachsen sowohl ländliche als auch städtische ärztliche Versorgungsstrukturen bestehen, sind die Ergebnisse bundesweit übertragbar.

Projektziele

Die Ergebnisse des Projekts sollen gezielt genutzt werden, um auf das Problem nicht barrierefreier Arztpraxen bundesweit öffentlich hinzuweisen und die Ärzteschaft hierfür zu sensibilisieren. Damit werden die Voraussetzungen optimiert, um erfolgreich Zielvereinbarungsverhandlungen mit der Ärzteschaft führen zu können.

Zugleich schafft das Projekt für Patienten in Niedersachsen mehr Transparenz auf dem Weg zu einer barrierefreien Gesundheitslandschaft. Menschen mit Behinderungen und mit Mobilitätseinschränkungen erfahren ein Mehr an gesellschaftlicher Teilhabe und Unterstützung, indem sie anhand einer Datenbank einen Arzt konkret nach ihren Bedürfnissen auswählen können.

Konzeptionelle Schritte zur Projektumsetzung

  • Entwicklung eines Fragenkataloges mit Prüfkriterien zur Barrierefreiheit von Arztpraxen, insbesondere zum Bereich Mobilitätseinschränkungen
  • Druck des Fragenkatalogs mit einer Auflage von mindestens 20.000 Exemplaren
  • Einbeziehen einer Vielzahl von Kreisverbänden des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen e.V. in Form von Projektgruppen zur Koordination, Organisation und Durchführung der Erhebungen in Arztpraxen vor Ort; zusätzlich Aufbau eines Pools von Ehrenamtlichen sowie von Netzwerkstrukturen mit Verbänden, Selbsthilfegruppen etc. zur Projektdurchführung
  • Begleitender Kontakt zu kassenärztlichen Vereinigungen und Ärzteverbänden
  • Veröffentlichung der Erhebungsergebnisse in einer Datenbank, nutzerorientierte Aufbereitung im Internet
  • Umfassende Öffentlichkeitsarbeit während der gesamten Projektzeit

Behinderungsübergreifender Ansatz

Die Datenerhebung und –auswertung bezieht sich nicht nur auf Mobilitätseinschränkungen, sondern auch auf andere Formen von Behinderungen (Sinnesbehinderungen). Mit Blick auf die besondere Betroffenheit älterer Menschen soll der Fokus jedoch im Bereich körperlicher Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen liegen.

Bundesweite Relevanz

Zwar werden exemplarisch nur Daten zur ärztlichen Versorgungslandschaft in Niedersachsen erhoben. Da in Niedersachsen sowohl ländliche als auch städtische ärztliche Versorgungsstrukturen vorhanden sind, können die Ergebnisse jedoch bundesweit übertragen werden.

Projektgruppen

Neun ehrenamtliche SoVD-Projektgruppen bewerten in diesen städtischen und ländlichen Regionen Niedersachsens Arztpraxen auf ihre Barrierefreiheit: Celle, Emsland, Göttingen, Grafschaft Bentheim, Osterholz, Peine, Salzgitter, Schaumburg, Wolfenbüttel.

Die Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigung Niedersachsen

Unterstützt wird das Projekt auch von der Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Sie berichteten im Ärzte- und Zahnärzteblatt und stellten die Adresslisten der Ärzte für die Bewertung zur Verfügung.




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